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Mythen in Tüten - Veränderung - eine Ode an die Feinheit

Der ist hald ein Büffel. Der ist Maultot, der spürt da weniger als andere.

Veränderung beginnt im Bewusstsein. Oder genauer: Beim Erkennen von gewissen Denkmuster. Dinge die jahrelang so gelaufen sind. Vielleicht wurde es uns beigebracht, vielleicht haben wir mangels Lösung resigniert. Eigentlich sind die Grenzen da, wo unser Bewusstsein im Moment hinreicht und die Natur ihr Gesetz hat. Die Naturgesetze können wir nicht mit unserem Bewusstsein verändern, unsere Gedankenmuster schon. Was hat das mit Feinheit zu tun?

Wahrnehmung

Feinheit beginnt bei unserer Wahrnehmung. Als Kleinkinder schulen wir unsere Motorik. Da greifen wir die Dinge an und da geht das eine oder andere kaputt, weil es nicht stabil genug war. Wir lernen dann, die einen oder anderen Dinge sanfter zu halten, weil sie beispielsweise zerbrechlicher sind. Wir lernen dazu. Jetzt sitzt ein Schmetterling auf unserem Handrücken ab. So eine sanfte Berührung haben wir zuvor gar noch nicht wahrgenommen, sie ist aber möglich. Nun halten wir den Zügel in der Hand. Vielleicht haben wir zuvor gelernt, dass an dem gezogen werden muss. Niemand hat uns gesagt, dass die Pferde sogar dass Gewicht des Leders spüren. Niemand hat den Pferden gezeigt, dass der Zügel nur zur Signalgebung da ist und fein eingesetzt werden kann. Beide Seiten kämpfen sich ab und treffen sich auf einer Ebene. Nicht immer angenehm aber das muss ja so sein, oder? Der Ton macht die Musik Wenn ich es mir gewohnt bin, dass ich laut reden muss oder immerzu schreien, resigniert mein Gegenüber. Mein gegenüber hat mehrere Optionen: 1. Es blendet mich mit der Zeit aus. 2. Es nimmt mich weniger ernst 3. Es trifft sich auf meiner Ebene und ist gleichlaut, hält dagegen. 4. Oder es meidet mich So ist es auch mit Pferden, die bereits gelernt haben, dass ihre Feinheit übergangen wurde. So ist es auch mit Pferden denen nie von kleinauf beigebracht wurde, dass der Zügel etwas feines sein kann und sollte.

Feinheit einfordern.

Die Veränderung beginnt bei uns. Wir müssen flüstern lernen und immer wieder zum Flüstern zurückkehren. Wie leise kann ich überhaupt sprechen? Wie fein kann ich überhaupt ein Signal mit meinem Zügel geben? Und wie wichtig nehme ich das und gebe der Wichtigkeit Ausdruck? Ich flüstere zuerst. Ich nehme den Zügel fein auf oder zur Seite. Die erste Reaktion des Pferdes wird oftmals sein: Keine oder Wiederstand. Auch Pferde haben ihre Muster, denn sie haben erfahren, dass primär gezogen wird. Hier kommt die Wichtigkeit und Deutlichkeit zum zug:




Ich mache mich bemerkbar, schüttle einwenig, benutze meine Stimme, werde etwas lauter. So deutlich wie es die Situation verlangt, bis eine Reaktion kommt. Das ist am Anfang manchmal recht deutlich. Das Geheimnis ist: Ich kehre zum Flüstern zurück, zur Feinheit, sobald eine Reaktion kommt. In der gleichen Sekunde. Nur so, können wir uns auf einer anderen Ebene treffen, das Pferd und ich. Denk- und Verhaltensmuster brauchen Zeit, beim Pferd und bei uns. Sie werden immer wieder kommen. Die Frage ist, bleiben wir Konsequent auch mit uns? Kehren wir immer wieder zum Flüstern und zur Feinheit zurück oder schaukeln wir uns auf eine grobere Ebene hoch? Hier findet die Veränderung statt. Das Schöne mit den Pferden ist: Verändern wir unser Verhalten, gehen sie darauf ein und verändern das ihre. Mein grösster Lehrmeister? Gulliver. Nach neunzehn Jahren treffen wir uns immerzu erneut auf noch feineren Ebenen der Kommunikation, die ich nicht für Möglich gehalten habe. Ich lerne immernoch, erweitere mein Bewusstsein und er gesellt sich dazu.

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