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Von Öffnungen und Wiederständen

Niemand steht gerne allzu lange vor verschlossenen Türen. Die Gefühle dazu sind verschieden: Abwartend, unsicher, abweisend oder vielleicht sogar frustrierend (Weil man weiss, dass der Kuchen dahinter auf dem Tisch wartet?).

Pferde auch nicht.

Bevor wir weiter gehen im Thema, möchte ich noch etwas zuvor ansprechen.

Offene Türen, Gänge und Möglichkeiten zu nutzen ist meist mit Leichtigkeit verbunden. Der Wiederstand ist gering bis gar nicht vorhanden. Manchmal brauchen wir ein Schubs dazu. Ein uns bekannter Satz: Der Weg des geringsten Wiederstands.



Denken wir mal etwas über unsere Vergangenheit und Gegenwart nach. Wer hat uns schon gesagt, wähle den Weg mit dem geringsten Wiederstand, da wo unser Streben leicht wird und mit Freude verbunden ist? Ist es eine Angelegenheit unserer Gesellschaft, Erziehung oder persönlichen Philosophie?

Def. Philosophie nach Duden: "Persönliche Art und Weise, das Leben und die Dinge zu betrachten"

Ich denke Pferde stellen sich diese Fragen wohl kaum. Sie machen es einfach. Es liegt in ihrer Natur lieber dahin zu gehen, wo der Wiederstand klein ist, wo der Weg offen ist.

Das bedeutet nicht, dass sie nicht auch auf Konfrontation gehen können oder eine gewisse Anstrengung in kauf nehmen.

(Würden wir auch für unseren Kuchen tun, nicht?)

Sondern es geht darum, was sie am meisten und liebsten machen und das ist wichtig für unsere Arbeit mit ihnen.

Am kleinen, einfachen Beispiel der Zügelführung, dass du sehr selber ausprobieren kannst. Am besten mit einer zweiten Person, die von unten alles mit betrachtet.




Die erste Variante:

Du sitzt oben oder stehst seitlich von ihm/ihr. Nun ein Zug rückwärts, in den direkten Wiederstand zu seinem Maul. Achtung, sanft bleiben! ...Und langsam, um folgendes beobachten zu können: Spannung im Unterkiefer, Ganasche und Genick. Weiter, was passiert im Unterhals und Brustkorb?

Und was passiert im deinem Körper? Wie fühlt sich dein Arm, deine Schulter und dein Nacken an?

Wie ist die Kommunikation zwischen euch?



Die zweite Variante:

Die Hand zu Seite führen. Vielleicht sogar leicht nach oben zum Ohr und dann seitlich. Langsam, weich und beständig. Immer wieder mal innehalten.

Oftmals haben die Pferde aus negativen Erfahrungen heraus bereits eine Abwehrspannung gegen jegliche Inputs am Zügel entwickelt. Darum: Geduldig warten, nicht auf Konfrontation gehen.

Wieder beobachten was geschieht und vor allem, wie das Pferd reagiert. Die Veränderungen in seiner Körperspannung und seinen Gesichtszügen betrachten.

Auch sich wieder deinem eigenen Körper zuwenden: Wie fühlt sich nun dein Arm, deine Schultern und dein Nacken an?

Und wie ist nun die Kommunikation zwischen euch?

Jeder für sich.

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